| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| universelle Verhaltenstendenzen und Bedürfnisse | Universelle Verhaltenstendenzen und Bedürfnisse sind elementare physische Bedürfnisse und das Streben nach Wirksamkeit, das den verschiedenen Motiven zugrunde liegt. |
| implizite Motive | Überdauernde individuelle Motivdispositionen, die in neuerer Zeit in Abgrenzung von expliziten Motiven (d. h. Zielen) als implizite Motive bezeichnet werden (s. Kap. 9), sind in der frühen Kindheit gelernte, emotional getönte Präferenzen (habituelle Bereitschaften), sich immer wieder mit bestimmten Arten von Anreizen auseinander zu setzen (McClelland, Koestner & Weinberger, 1989). |
| explizite Motive | Im Unterschied zu impliziten Motiven sind explizite Motive bewusste, sprachlich repräsentierte (oder zumindest repräsentierbare) Selbstbilder, Werte und Ziele, die sich eine Person selbst zuschreibt (s. Kap. 9). |
| Anreiz | Alles was Situationen an Positivem oder Negativem einem Individuum verheißen oder andeuten, wird als „Anreiz“ bezeichnet, der einen „Aufforderungscharakter“ zu einem entsprechenden Handeln hat. Dabei können Anreize an die Handlungstätigkeit selbst, das Handlungsergebnis und verschiedene Arten von Handlungsergebnisfolgen geknüpft sein. |
| Volitionen | Eigene regulative Prozesse, die entscheiden, welche Motivationstendenzen bei welchen Gelegenheiten und auf welche Weise realisiert werden sollen, werden Volitionen genannt. |
| habit | Mit „habit“ ist der automatische Ablauf von Handlungen gemeint, die allerdings nach James zuvor bewusst gesteuert worden sind. |
| Volition | „ … Volition als die Unterstützung oder Verstärkung eines Verlangens oder Wunsches durch die Kooperation eines Antriebs, der innerhalb des Systems selbstbezogener Empfindungen ausgelöst wird … “ (McDougall, 1908, S. 249); (Übersetzung der Herausgeberin). |
| Instinkt | „ … Eine ererbte oder angeborene psycho-physische Disposition, die ihren Besitzer veranlasst, bestimmte Objekte wahrzunehmen und auf sie zu achten, eine bestimmte emotionale Erregung zu empfinden, wenn solche Objekte wahrgenommen werden und auf sie in einer bestimmten Weise zu reagieren oder zumindest einen entsprechenden Verhaltensimpuls wahrzunehmen“ (McDougall, 1908, S. 25); (Übersetzung der Herausgeberin). |
| Neigung | „Eine Neigung ist eine Disposition, eine funktionale Einheit der Gesamtorganisation des Geistes, und zwar eine, die, wenn sie angeregt ist, eine aktive Tendenz, ein Streben, einen Antrieb oder Trieb auf ein bestimmtes Ziel hin hervorbringt“ (McDougall, 1932, S. 118); (Übersetzung der Herausgeberin). |
| Instrumentalität | Instrumentalität bezeichnet den Grad der Erwartung, dass ein Handlungsergebnis die betreffende Folge nach sich zieht oder ausschließt. |
| Motiv | „Unsere Definition eines Motivs ist diese: Ein Motiv ist die Redintegration eines Hinweisreizes auf eine Veränderung in der affektiven Situation. Das Wort „Redintegration“ in dieser Definition weist auf vorhergegangene Erfahrung hin. Nach unserem System sind alle Motive gelernt. Die grundlegende Idee ist einfach diese: Bestimmte Reize oder Situationen, die sich auf die Diskrepanzen zwischen Erwartungen (Adaptationsniveau) und Wahrnehmungen beziehen, sind Quellen primären, ungelernten Affektes, der entweder positiver oder negativer Natur sein kann. Hinweisreize auf diese affektiven Zustände, Veränderungen in diesen affektiven Zuständen, und die sie verursachenden Bedingungen können die Kapazität gewinnen, einen Zustand A’, der von dem ursprünglichen affektiven Zustand abgeleitet wurde, zu redintegrieren, ohne mit diesem identisch zu sein“ (McClelland et al., 1953, S. 28); (Übersetzung der Herausgeberin). |
| Eigenschaft | „Eine Eigenschaft ist ein verallgemeinertes und fokalisiertes neuropsychisches System (das dem Individuum eigentümlich ist) mit der Fähigkeit, viele Reize funktionell äquivalent zu machen und konsistente äquivalente Formen von Handlung und Ausdruck einzuleiten und ihren Verlauf zu lenken“ (Allport, 1937, dtsch. Übers. 1949, S. 296). |
| Einstellungen | Einstellungen umfassen Neigungen zu bestimmten Objekten, Tätigkeiten oder Situationen. Sie beziehen sich auf so konkrete Sachverhalte, dass sie fast mit der Ebene der Ausgangsdaten identisch sind. Werthaltungen fassen Gruppen von Einstellungen zusammen. „Ergs“ (von griechisch ergon: Arbeit) werden als dynamische „Wurzelvariablen“, als Energielieferanten für einzelne Verhaltensbereiche angesehen. |
| Bedürfnis | Bedürfnis ist ein spezifischer Mangel- oder Störungszustand im Organismus (wie Hunger, Durst oder Schmerz), der einen unspezifischen Trieb von bestimmter Stärke und mit verhaltensaktivierender Funktion hervorruft. Bedürfnis ist für Hull im Grundsatz eine beobachtbare, zumindest manipulierbare Variable, Trieb dagegen ein theoretisches (hypothetisches) Konstrukt. |
| kollativ | „Kollativ“ bedeutet, dass die einströmende Information Vergleichsprozessen unterworfen ist, die zu mehr oder weniger großen Inkongruenzen und Konflikten mit dem Vertrauten, dem Erwarteten führen können. |
| Orientierungsreaktionen | Orientierungsreaktionen sind kurzfristige, komplexe Prozesse, die nach einer einschneidenden Änderung im Reizfeld eine Reihe physiologischer und psychologischer Vorgänge auslösen, die alle die Informationsempfänglichkeit und Handlungsbereitschaft erhöhen. |
| Eigenschaft | Eine Eigenschaft ist eine neuropsychische Struktur, die viele Reize funktionell äquivalent macht und konsistente äquivalente Formen von Handlung und Ausdruck einleitet und ihren Verlauf lenkt. (Allport, 1937, S. 296) |
| Emotionen | Emotionen sind eine vorrationale Form von Werten und Erwartungen, die in das motivationale Geschehen eingreifen. |
| Traits | „Traits“ sind die stabile, dispositionelle Seite von Emotionen, die bestimmte emotionale Zustände mehr oder weniger wahrscheinlich machen. Man kann „traits“ daher mit verfestigten, gewissermassen geronnenen Emotionen vergleichen, die dann nicht mehr flüchtige Zustände sind, sondern zu stabilen und situationsübergreifenden Eigenschaften werden. |
| Entropie | Entropie ist der Grad der Neuartigkeit eines Reizes beim Vergleich mit Gedächtnisengrammen. Hierzu gehören allgemein Reizeigenschaften wie Komplexität, Ambivalenz, Inkongruenz und Dynamik. Gesteigert wird die Entropie eines Reizes durch seine Relevanz und Nähe. Ein großes, sehr fremdartig aussehendes Wesen, das schnell auf einen zuläuft, strahlt eine viel höhere Entropie aus als die vertrauten Eltern. |
| Furcht | Furcht kann als eine konditionierte Reaktion auf Schmerz, und Schmerz selbst als ein primärer (und aversiver) Triebzustand angesehen werden, dessen Reduzierung instrumentelles Flucht- und Meidungsverhalten bekräftigt. |
| Konflikt | Nach Lewin ist ein Konflikt psychologisch zu charakterisieren als eine Situation, in der gleichzeitig entgegengesetzt gerichtete, dabei aber annähernd gleichstarke Kräfte auf das Individuum einwirken (1931, S. 11). |
| Anregungspotenzial | Mit Anregungspotenzial ist eine hypothetische Gesamtgröße für alle Besonderheiten eines momentanen Informationseinstroms gemeint. Sie setzt sich zusammen aus den kollativen Variablen, affektiven Reizen, starken äußeren Reizen sowie inneren Reizen, die von Bedürfniszuständen herrühren. |
| Preparedness | Die Eignung gewisser Reize, sich mit bestimmten Emotionen konditionieren zu lassen, wird als „preparedness“ bezeichnet (Schwartz, 1974; Seligman, 1971). |
| Anreiz | Anreiz ist ein Konstrukt, das situative Reize bezeichnet, die einen Motivationszustand anregen können. Im Kern dieses Konstruktes stehen dabei affektive Reaktionen, die eine grundlegende (basale) Bewertung vornehmen. |
| Anspruchsniveau | Anspruchsniveau bezeichnet den für ein Individuum charakteristischen Gütegrad, bezogen auf die erreichte Leistungsfähigkeit, der für die Selbstbewertung eines erzielten Handlungsresultats entscheidend ist. |
| Instrumentalität eines Handlungsergebnisses („effective performance“) | „Wenn eine effektive Ausführung zum Erlangen positiv bewerteter Ergebnisse und zum Vermeiden negativ bewerteter Ergebnisse führt, dann sollte sie positive Valenz haben; falls sie irrelevant hinsichtlich des Erlangens positiver oder negativer Ergebnisse ist, sollte sie eine Valenz von null haben; auch wenn sie zum Erlangen negativ bewerteter Ergebnisse und der Vermeidung positiv bewerteter Ergebnisse führt, sollte sie eine negative Valenz haben“ (Vroom, 1964, S. 263); (Übersetzung des Autors). |
| Leistungsmotivation | Ein Verhalten gilt als leistungsmotiviert, wenn es um die Auseinandersetzung mit einem Tüchtigkeitsmaßstab geht („concern with a standard of excellence“). (McClelland et al., 1953). |
| soziale Motive | Soziale Motive werden definiert als relativ stabile Persönlichkeitsdispositionen, die innerhalb eines gegebenen Kontextes mit seinen jeweils gegebenen Möglichkeiten und Beschränkungen der Motivumsetzung Verhalten (und Erleben) energetisieren, auswählen und lenken (McClelland, 1986). |
| Affiliationsmotiv | Das Affiliationsmotiv wird definiert als ein Interesse oder Bestreben des Individuums, affektiv positiv getönte Beziehungen zu anderen Menschen oder Gruppen zu begründen, zu erhalten oder wiederherzustellen (Heyns et al., 1958). |
| Intimitätsmotiv | Das Intimitätsmotiv ist definiert als die wiederkehrende Bereitschaft, in einen warmen, engen und kommunikativen Austausch mit anderen Menschen einzutreten. Den Kern des Motivs bilden innige Erfahrungen des vertrauten Austauschs von Gedanken, Gefühlen und des eigenen Innenlebens mit anderen Menschen (McAdams, 1980, 1992). |
| Machtmotiv | Das Machtmotiv wird verstanden als der Wunsch danach, auf andere Personen Einfluss auszuüben. |
| implizite Motive | affektiv getönte, zielorientierte Netzwerke (vgl. Tab. 8.2) |
| explizite Motive | motivationale Selbstbilder (vgl. Tab. 8.2) |
| Funktionen von Motiven | Nach McClelland ( 1980, 1985b) erfüllt ein Motiv, sofern es durch Aufforderungsgehalte in der Umwelt angeregt worden ist, drei Funktionen: Es energetisiert, orientiert und selegiert Verhalten, das für seine Befriedigung relevant ist. |
| operantes und respondentes Verhalten | Als operant bezeichnet McClelland Verhalten, das der Eigeninitiative der handelnden Person entspringt, das spontan, d. h. ohne größere Überlegungen ausgeführt wird, und das wiederholtes Handeln über längere Zeiträume erfordert (z. B. im Rahmen einer Berufskarriere). Als respondent bezeichnet McClelland hingegen Verhalten, das durch klar identifizierbare Umstände der Situation hervorgerufen wird, bewusst abgewogen und reflektiert wird und durch die handelnde Person willentlich beeinflusst werden kann. Dies gilt z. B. für Entscheidungen und Bewertungen, die von einer Person wohl bedacht oder ihr von außen auferlegt werden. |
| Ich-Involviertheit | Mit Ich-Involviertheit ist gemeint, dass die eigene Leistung im Vergleich zu den Leistungen anderer Personen eingeordnet wird, um so Aufschluss über die eigene, relative Position auf einer Fähigkeitsdimension zu erhalten. Ich-Involviertheit wird forciert, wenn es um den Nachweis sozial erwünschter und besonders anerkannter Fähigkeiten geht. |
| Zielimagination | Zielimagination bezeichnet die wahrnehmungsanaloge Simulation der Verfolgung und Verwirklichung eines potenziellen Ziels. |
| Belohnungen (primäre und sekundäre) | Aus evolutionärer Perspektive können Belohnungen als Reize definiert werden, die wichtige Bedürfnisse befriedigen, wohingegen Bestrafungen als Reize interpretiert werden können, die das homöostatische Gleichgewicht des Organismus von Sollwerten entfernen. Während primäre Belohnungen wie Nahrung, Wasser oder Sex direkt physiologische Bedürfnisse befriedigen und einen angeborenen Belohnungswert haben, erhalten sekundäre Belohnungen ihren Wert dadurch, dass sie über Lernprozesse mit primären Belohnungen assoziiert werden. |
| „Mögen“ („liking“) und „Wollen“ („wanting“) | In der Theorie der Anreizsalienz werden mit dem Begriff „Mögen“ („liking“) die positiven, hedonischen emotionalen Reaktionen auf den Erhalt einer Belohnung bezeichnet. Demgegenüber bezeichnet der Begriff „Wollen“ („wanting“) einen Prozess der Anreizmotivation, durch den Belohnungen und Reize, die mit Belohnungen assoziiert sind, einen Anreizgehalt erhalten und das Verlangen nach der Belohnung auslösen, sodass das Lebewesen motiviert wird, instrumentelles Verhalten auszuführen und Anstrengung zu investieren, um die Belohnung zu erhalten. |
| Belohnungsvorhersagefehler („reward prediction errors“) | Belohnungsvorhersagefehler („reward prediction errors“) signalisieren Diskrepanzen zwischen einer vorhergesagten und einer tatsächlich eintretenden Belohnung. Vorhersagefehler können positiv sein, wenn die Belohnung unerwartet bzw. größer oder attraktiver als erwartet ist; Vorhersagefehler sind negativ, wenn eine erwartete Belohnung ausbleibt oder kleiner bzw. weniger attraktiv ist als erwartet. |
| Selbstkontrolle | Der Begriff „Selbstkontrolle“ bezeichnet eine heterogene Menge kognitiver Strategien, die der Fähigkeit zugrunde liegen, kurzfristigen Versuchungen zu widerstehen, Bedürfnisse aufzuschieben und impulsive Reaktionen zu unterdrücken, um das eigene Verhalten in Einklang mit langfristigen persönlichen Zielen, sozialen Normen oder moralischen Werten zu bringen. Der Begriff überlappt weitgehend mit dem Konzept der Volition in motivationspsychologischen Theorien der willentlichen Handlungssteuerung. |
| präventive Selbstverpflichtungen | Präventive Selbstverpflichtungen sind kognitive Strategien, die darauf abzielen, den eigenen zukünftigen Handlungsspielraum einzuschränken, indem man Versuchungssituationen möglichst vermeidet oder die Kosten erhöht, die damit verbunden wären, wenn man einer antizipierten Versuchung nachgeben würde, sodass es wahrscheinlicher wird, im Einklang mit langfristigen Zielen zu handeln. |
| Konzept der „kognitiven Kontrolle“ | Das Konzept der „kognitiven Kontrolle“ ist ein Sammelbegriff für Mechanismen, die die Realisierung von Absichten und die flexible Koordination perzeptueller, emotionaler und motorischer Prozesse im Sinne übergeordneter Ziele vermitteln, insbesondere wenn automatisierte Routinehandlungen nicht ausreichen, um ein Ziel zu erreichen oder eine Aufgabe zu bewälti-gen, sondern Verhaltensdispositionen auf neue Weise konfiguriert, Ziele gegen störende Reize abgeschirmt oder unerwünschte Gewohnheiten oder konkurrierende Motivationstendenzen unterdrückt werden müssen. |
| zeitliche Diskontierung („delay discounting“ oder „temporal discounting“) | Als zeitliche Diskontierung („delay discounting“ oder „temporal discounting“) wird die Neigung von Lebewesen bezeichnet, den subjektiven Wert von Belohnungen umso stärker abzuwerten, je weiter sie in der Zukunft liegen. |
| Präferenzumkehr („preference reversal“) | Als Präferenzumkehr („preference reversal“) wird der Effekt bezeichnet, dass Personen in intertemporalen Entscheidungsaufgaben eine größere, spätere gegenüber einer kleineren, früheren Belohnung präferieren, wenn beide Belohnungen in der Zukunft liegen, aber die kleinere Belohnung wählen, wenn diese sofort verfügbar ist, auch wenn die Höhe der Belohnungen und der zeitliche Abstand zwischen ihnen identisch bleibt. |
| erwarteter subjektiver Nutzen kognitiver Kontrolle | Der erwartete subjektive Nutzen kognitiver Kontrolle ergibt sich gemäß der EVC-Theorie als Differenz zweier Faktoren: Der Belohnungshöhe, die man für das Leistungsniveau, das man durch die Mobilisierung von Kontrolle einer bestimmten Intensität in einer Aufgabe erreichen kann b) Den intrinsischen Kosten, die mit der Mobilisierung kognitiver Kontrolle in der gegebenen Intensität verbunden sind |
| Kontrolldilemmata | Als Kontrolldilemmata werden gegensätzliche Anforderungen bei der Handlungssteuerung bezeichnet, z. B. die Notwendigkeit, einerseits störende Reize auszublenden und andererseits die Umwelt auf potenziell bedeutsame Reize zu überwachen (Abschirmungs-Überwachungs-Dilemma); oder die Notwendigkeit, Ziele einerseits gegen konkurrierende Handlungstendenzen abzuschirmen und andererseits Ziele flexibel an wechselnde Bedingungen anzupassen (Stabilitäts-Flexibilitäts-Dilemma). Adaptives Verhalten erfordert, das Lebewesen eine kontextabhängige Balance zwischen diesen antagonistischen Anforderungen herstellen, was als Metakontrolle bezeichnet wird. |
| Opportunitätskosten | Opportunitätskosten werden definiert als der potenzielle Nutzen, der einem entgeht, wenn man sich für eine Handlungsoption entschieden hat und dadurch die Verfolgung alternativer, nicht gewählter Ziele verhindert oder begrenzt wird. |
| Ziele | „We define goals as internal representations of desired states, where states are broadly construed as outcomes, events, or processes.“ (Austin & Vancouver, 1996, S. 338) |
| Zielbindung („commitment“) | „Commitment […] describes the extent to which personal goals are associated with a strong sense of determination, with the willingness to invest effort, and with impatient striving for goal implementation.“ (Brunstein, 1993, S. 1062) |
| Handlung | Als Handlung gelten in diesem Sinne alle Aktivitäten, denen eine „Zielvorstellung“ oder Sinn zugrunde liegt. |
| Bewusstseinslage | Unter dem Begriff „Bewusstseinslage“ versteht man eine bestimmte Art von kognitiver Orientierung, die für die Erledigung der jeweils in einer bestimmten Handlungsphase anstehenden Aufgabe erforderlich ist. |
| Absichten bzw. Zielintentionen | Absichten oder Zielintentionen definieren entsprechend erwünschte Endzustände, die bisher noch nicht erreicht worden sind. Somit handelt es sich bei Absichten oder Zielintentionen um „Ziele“ im landläufigen Sinne. |
| Vorsätze | Vorsätze stehen im Dienste von Zielintentionen und sind Pläne, die deren Realisierung unterstützen. Um die Umsetzung einer Zielintention in die Wirklichkeit zu fördern, definiert ein Handelnder in einem Vorsatz eine Situation oder Bedingung, bei deren Eintreten ein bestimmtes Verhalten gezeigt wird. Dieses Verhalten wiederum wird so festgelegt, dass es bei Eintreten der im Vorsatz definierten Situation oder Bedingung die Erreichung der Zielintention unterstützt. Vorsätze besitzen deshalb das Format „Wenn X eintritt, dann will ich Verhalten Y ausführen!“ und werden deshalb auch häufig als Wenn-dann-Pläne bezeichnet. |
| Reboundeffekt | Beim Reboundeffekt kommen nach dem „Erlöschen“ eines Ziels, das mit der Unterdrückung bestimmter Gedanken zu tun hat, diese wieder verstärkt zum Tragen. |
| prä- bzw. subkognitive Prozesse | Motivationale Prozesse, die keine bewussten kognitiven Repräsentationen eines gewünschten Zustands (z. B. Ziele) umfassen, können als präkognitiv oder subkognitiv bezeichnet werden, da sie vor der Formulierung bewusster Ziele oder sogar ohne bewusste Zielrepräsentationen wirken. Darüber hinaus beschränkt sich der Begriff Kognition nicht auf das bewusste Erleben oder konzeptuelles Wissen. Zum Beispiel basieren Motive auf vorbegrifflichem, vorverbalem und nicht unbedingt bewusstem Wissen, das eher spontanes als reizausgelöstes Verhalten steuert (McClelland et al., 1989). |
| Bedürfnisse | Bedürfnisse können als subkognitive und subaffektive Detektoren von Diskrepanzen zwischen einem aktuellen und einem gewünschten Zustand definiert werden. |
| Anreiz | Aus funktionaler Perspektive lässt sich das Konzept des Anreizes mit Freuds Begriff der Objektbesetzung vergleichen: Wenn Individuen wiederholt positive Erfahrungen mit einem Objekt machen, wird die kognitive Repräsentation dieses Objekts auch mit positivem Affekt verbunden (oder, im Fall von unangenehmen Erfahrungen, mit negativem Affekt). Was Freud als „Objektbesetzung“ bezeichnete, nannte Lewin (1935) in seiner Motivationstheorie „Aufforderungscharakter“ oder „Valenz“. In der zeitgenössischen Sprache, die auf der Lerntheorie basiert, wird dieser Prozess als das Anheften von Affekten an eine Objektrepräsentation (d. h. einen Stimulus) beschrieben. Der Begriff „Anreiz“, ein grundlegendes Konzept in der Motivationstheorie, bezeichnet die Verbindung zwischen einem Stimulus (oder spezifischer, einer Objektrepräsentation) und den damit verbundenen affektiven Reaktionen, die wiederum das Annäherungs- bzw. Vermeidungsverhalten motivieren. |
| Motive | Motive sind kognitiv-emotionale und weitgehend unbewusst arbeitende Netzwerke, die in einem bildlich-erfahrungsbezogenen Format kodiert sind. Sie entstammen dem autobiografischen Erfahrungswissen einer Person und bahnen eine Vielzahl von Verhaltensoptionen, die dazu dienen, das dem Motiv zugrunde liegende Bedürfnis kontextsensibel zu befriedigen. |
| Emotionen | Emotionen werden in der PSI-Theorie als komplexe, implizite Repräsentationen motivational (d. h. bedürfnis-) relevanter Erfahrungen charakterisiert, die eine beträchtliche Anzahl sowohl affektiver als auch kognitiver Inhalte integrieren (Ortony et al., 1990). Dies schließt relevante Kontextinformationen ein, wobei kognitiv- affektive Emotionen typischerweise auf der hohen Verarbeitungsebene des Extensionsgedächtnisses angesiedelt sind. Eine Emotion kann somit als das erfahrungszentrierte Analogon eines Motivs angesehen werden, wobei verhaltensrelevante Repräsentationen in Letzterem stärker elaboriert sind. Im Gegensatz zu Emotionen beziehen sich Affekte in der PSI-Theorie auf eine niedrigere Verarbeitungsstufe, bei der einzelne Ereignisse automatisch (d. h. nicht notwendigerweise bewusst) in Bezug auf ihre Belohnungs- oder Bestrafungsqualität bewertet und somit zu positiven bzw. negativen Anreizen werden. Diese Anreize basieren auf der Konnektivität zwischen einzelnen Objekten und positivem oder negativem Affekt. Emotionen sind dagegen komplexe, integrative Konstrukte, die vielfältige kognitive und affektive Elemente sowie kontextuelle Informationen in einem ausgedehnten Netzwerk (Extensionsgedächtnis) vereinen. Affekte hingegen stellen eher einfache, unmittelbare Reaktionen auf einzelne Stimuli dar, die direkt mit Belohnung oder Bestrafung assoziiert sind und als grundlegende Anreize für Verhalten fungieren. |
| Motivation | Motivation lässt sich definieren als die „aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand“ (Rheinberg & Vollmeyer, 2018, S. 15). |
| Interesse | Interesse ist eine besondere Motivationsform, die durch die Ausrichtung auf einen bestimmten Gegenstand charakterisiert ist („Interesse an XY“; vgl. Krapp, 2001). |
| aktuelles Interesse | Interesse wiederum ist als kognitiv-affektive Erfahrung definiert, die bei positiver Erlebnistönung die Aufmerksamkeit auf die Tätigkeit bzw. Aufgabe lenkt und fokussiert. Man möchte die Aktivität hier und jetzt gerade ausführen („feel like it“) und hat Freude („enjoyment“) dabei. |
| leistungsthematischer Tätigkeitsanreiz | Beim leistungsthematischen Tätigkeitsanreiz handelt es sich um das Erlebnis des eigenen effizient-optimalen Funktionierens auf dem Weg zu einem herausfordernden Ziel, bei dem man völlig zeit- und selbstvergessen in die Aufgabe vertieft ist (Rheinberg, 2002a, Rheinberg & Vollmeyer, 2018). |
| intrapersonelle Intelligenz | Intrapersonelle Intelligenz meint hier die Fähigkeit, das eigene Erleben und Verhalten exakt wahrzunehmen und zu erklären sowie es genau vorherzusagen und zu beeinflussen. Interpersonelle Intelligenz ist definiert als die Fähigkeit, das Verhalten und Erleben anderer Personen exakt wahrzunehmen, zu erklären, vorherzusagen und zu beeinflussen. |
| Wirksamkeitsbestrebungen | Piaget (1952) bezeichnete die hier beschriebenen Wirksamkeitsbestrebungen als sekundäre Kreisreaktionen, bei denen Aktivitäten, die vorher bestimmte wahrnehmbare Effekte hervorgebracht haben, vom Kleinkind immer wieder wiederholt und mit freudigem Affekt begrüßt werden. |
| Entwicklungsaufgaben | Entwicklungsaufgaben sind altersnormative Herausforderungen an die individuelle Entwicklung, wie sie sich aus der biologischen Reifung, den kulturellen Traditionen und den Wünschen, Zielsetzungen und Werten des Individuums ergeben. |
| Selbstwert | Auch wenn häufig angenommen wird, dass der Selbstwert ein monolithisches Konstrukt ist, das allein über seine Höhe zu definieren ist, wiesen schon früh verschiedene Autoren (z. B. Crocker, 2006; Deci & Ryan, 1995; Kernis, 2003) darauf hin, dass der Selbstwert ein facettenreiches Konstrukt ist. Neben der Selbstwerthöhe sind nämlich auch die Selbstwertstabilität und die Selbstwertkontingenz von Bedeutung. Selbstwertstabilität drückt zum einen aus, als wie robust bzw. auf sicherem Fundament stehend (vs. zerbrechlich, nur als Kartenhaus bestehend) der Selbstwert empfunden wird, und zum anderen, ob er als zeitlich stabil oder schwankend erlebt wird. Selbstwertkontingenz meint das Ausmaß, in dem der Selbstwert von der Erfüllung fremd- oder selbstgesetzten Standards abhängig ist, z. B. von Erfolg und Misserfolg in Schule, Studium oder Beruf. Hinreichend für einen optimalen Selbstwert wäre es daher nicht allein, dass der Selbstwert hoch ist, sondern er sollte darüber hinaus auch robust sowie stabil und zudem unabhängig vom Erfüllen bestimmter Standards sein (Kernis, 2003; zusammenfassend Schöne & Stiensmeier-Pelster, 2016). |
| Zielorientierungen | Bei Zielorientierungen handelt es sich um eine habituelle Präferenz für eine bestimmte Art von Ziel in Lern- und Leistungskontexten (Spinath, 2009). Lernziele sind dadurch definiert, dass durch die Aufgabenbearbeitung ein Zuwachs an Kompetenz oder Fertigkeiten angestrebt wird. Es geht dem Handelnden als in erster Linie darum, etwas zu lernen. Dabei strebt der Handelnde auch danach, sich neuen Herausforderungen zu stellen und diese zu meistern. Lernen und das Meistern von Herausforderungen geht Hand in Hand, denn Lernen beinhaltet die Auseinandersetzung mit noch nicht gekonnten, also herausfordernden Aufgaben. Dagegen sind Personen, die ein Leistungsziel verfolgen, darauf bedacht, dass ihre Kompetenzen gesehen und positiv bewertet werden. Die Aufgabenbearbeitung dient ihnen dementsprechend der Validierung eigener Kompetenzen und insbesondere dazu, vorhandene Kompetenzen zur Schau zu stellen und nicht vorhandene Kompetenzen zu kaschieren. |
| konditionale Wertschätzung | Bei konditionaler Wertschätzung handelt es sich um eine Sozialisationsstrategie zum Aufbau bzw. zur Modifikation von kindlichen Einstellungen und Verhaltensweisen, bei der Eltern das Ausmaß ihrer Zuneigung und Wertschätzung abhängig machen von spezifischen kindlichen Verhaltensweisen oder Leistungsresultaten. Es kann unterschieden werden zwischen positiver konditionaler Wertschätzung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Eltern ihren Kindern mehr Zuneigung und Wertschätzung als üblich entgegenbringen, wenn diese erwünschtes Verhalten bzw. erwünschte Leistungsresultate zeigen, und negativer konditionaler Wertschätzung, bei der Eltern ihren Kindern Zuneigung und Wertschätzung entziehen, wenn diese unerwünschtes Verhalten bzw. unerwünschte Leistungsresultate zeigen (Assor et al., 2004). |
| Selbstgesteuertes Lernen | Weinert (1982, S. 102) definiert selbstgesteuertes Lernen als eine Lernform, bei der der Lernende „… die wesentlichen Entscheidungen, ob, was, wann, wie und woraufhin er lernt, gravierend und folgenreich beeinflussen kann“. Dabei ist Lernen nicht entweder ganz oder gar nicht selbstgesteuert, sondern kann mehr oder weniger selbstgesteuert stattfinden. |
| Emotionsregulation | Unter Emotionsregulation wird die Fähigkeit verstanden, emotionale Reaktionen – insbesondere deren Qualität, Intensität und Verlauf – überwachen, bewerten und, nach Maßgabe eines gesetzten Ziels, verändern zu können (Thompson, 1994, S. 27 f.). |
| Strategien zur Motivationsregulation | Strategien zur Motivationsregulation können als motivationale Lernstrategien zur Bewältigung einer Lernaufgabe verstanden werden, die darauf abzielen, die eigene Anstrengung oder Persistenz bei der Bearbeitung von Aufgaben zu erhöhen oder aufrechtzuerhalten (Wolters, 2003). |
| Handlungsorientierung | Handlungsorientierung als Persönlichkeitsvariable bezeichnet die Disposition zur willentlichen, nicht bewusstseinspflichtigen Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf Faktoren, die die Ausführung der Handlung unterstützen. Die Disposition zur Lageorientierung ist hingegen mit einem vermehrten Aufmerksamkeitswechsel auf situative Faktoren und einem gedanklichen Verharren (Rumination) verbunden, wodurch das intuitive Ausführen der Handlung beeinträchtigt wird. Die Dispositionen zur Handlungs- bzw. zur Lageorientierung zeigen sich besonders in Drucksituationen wie beispielsweise einem sportlichen Wettkampf. |