| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Abruf | Verfügbarmachen von gespeicherter Information, um diese wiederzugeben oder innerhalb eines Systems weiterzuverarbeiten |
| Aktivationsausbreitung | Aktivierung von weiteren Begriffen in einem semantischen Netzwerk, die eine semantische Ähnlichkeit mit einem bestimmten Begriff aufweisen |
| Alltagspsychologie | Persönliche Überzeugungen, Vorurteile und subjektiv gefärbte Aussagen, um psychische Phänomene des täglichen Lebens zu erklären |
| Alltagspsychologie | Persönliche Überzeugungen, Vorurteile und subjektiv gefärbte Aussagen, um psychische Phänomene des täglichen Lebens zu erklären |
| Amygdala | Teil des limbischen Systems, der wesentlich für die Wahrnehmung von Emotionen ist, die insbesondere Bedrohungen wie Angst oder Wut signalisieren. Zudem spielt sie eine zentrale Rolle bei der Speicherung von emotionalen Inhalten im Gedächtnis. Sie ist also damit beschäftigt, Informationen emotional zu bewerten, und hilft damit, Entscheidungen zu treffen, welche Informationen überhaupt langfristig gespeichert werden sollen |
| Angststörung | Sammelbegriff psychischer Störungen, bei denen Ängste ohne echte Gefahr oder überaus heftig bei nur geringer Bedrohung auftreten |
| Anlage-Umwelt-Debatte (Nature-Nurture Debate) | Diskussion um relative Bedeutsamkeit von (Erb-)Anlagen und Umweltfaktoren für die Entwicklung eines Menschen |
| Arbeitsgedächtnis | Speicher mit begrenzter Kapazität, der eingehende Informationen aus dem sensorischen Gedächtnis für wenige Sekunden halten und darüber hinaus mit neu eingehender Information als auch mit bereits im Langzeitgedächtnis abgespeicherten Inhalten vergleichen kann |
| Argumentationsdiagramm | Grafische Darstellung einer Argumentationsstruktur. In der Regel werden dazu Baumgraphen verwendet, in denen Kästen o. Ä. einzelne Aussagen in einer Argumentation darstellen und Verbindungslinien o. Ä. zwischen den Kästen die argumentativen Beziehungen (z. B. „spricht für“, „steht im Widerspruch zu“) zwischen diesen Aussagen |
| Asynchrone Kommunikation | Kommunikation, bei der es zwischen der Erstellung (Produktion) bzw. dem Senden einer Nachricht und dem Empfangen bzw. der Aufnahme (Rezeption) der Antwort darauf zu einer merklichen zeitlichen Verzögerung kommt |
| Attribution | Ursache, die Individuen zur Erklärung von Ereignissen, Handlungen und Erlebnissen (genereller: Effekten) in verschiedenen Lebensbereichen heranziehen |
| Auswertungsobjektivität | Teilkriterium der Objektivität, nach dem die Ermittlung der (numerischen) Messwerte für eine Probandin oder einen Probanden unabhängig von der auswertenden Person sein sollte. Diese sollten also bei der Quantifizierung identischer Antworten zu identischen numerischen Werten kommen. Für eine hohe Objektivität sind genaue Auswertungsregeln notwendig |
| Axon | Fortsatz des Neurons, das die elektrischen Signale vom Zellkörper weg zu anderen Neuronen weiterleitet. Dabei variieren die Axone in ihrer Länge, die zwischen wenigen Mikrometern bis hin zu mehr als einem Meter betragen kann |
| Baseline-Evaluation | Form der wissenschaftlichen Evaluation, bei der eine Ist-Zustand-Analyse zur Beschreibung der Ausgangssituation vorgenommen wird. Diese Basis ist wichtig für den Vergleich mit der Situation nach Implementation einer Maßnahme |
| Begabung | Leistungsvermögen insgesamt bzw. der jeweils individuelle Entwicklungsstand der leistungsbezogenen Möglichkeiten |
| Begriff/Konzept | Grundbaustein der Wissensstrukturen im deklarativen Langzeitgedächtnis |
| Behaviorismus | Einflussreiche psychologische Theorieschule, die innere Vorgänge im Menschen als Blackbox definiert und sich auf objektiv beobachtbares sowie messbares Verhalten beschränkt. Behavioristische Theorien erklären Lernen auf der Grundlage von Reizen und Reaktionen |
| Beobachtungslernen | Sozial-kognitive Lerntheorie, bei der neues Verhalten durch Beobachtung und Verinnerlichung des Verhaltens eines Modells erlernt wird |
| Bezugsnorm | Standard, mit dem ein gemessener Wert verglichen wird. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen sozialen (Vergleich mit einer Vergleichsgruppe), sachlichen bzw. kriterialen (Vergleich mit einem sachlichen Kriterium) oder individuellen Bezugsnormen (Vergleich mit früheren Ergebnissen einer Person) |
| Bildungsinhalte informellen Lernens | Themen, die nicht oder nur am Rande in Lehrplänen enthalten, aber für das Kompetenzprofil Erwachsener von grundlegender Bedeutung sind. Neben dem kognitiven Kompetenzerwerb sind damit etwa personale oder soziale Kompetenzen, wie z.B. Verantwortungsbewusstsein, Selbständigkeit oder auch Kooperationsfähigkeit gemeint |
| Bildungsmodalitäten informellen Lernens | Sehr weit gefächerte Aspekte des Lernprozesses, welche die vielfältigen Wege der Kompetenzaneignung umfassen, die nicht im Rahmen herkömmlicher extern strukturierter Lehr-Lern-Prozesse stattfinden. Informelles Lernen erfolgt explizit oder implizit, intendiert oder nicht intendiert, geplant oder zufällig, direkt oder indirekt, von außen angeregt oder intrinsisch motiviert, bewusst gestaltet oder in den Handlungsvollzug unter Realbedingungen alltäglicher Anforderungs- oder Problemsituationen integriert |
| Bildungsorte informellen Lernens | Merkmale der Lernumgebung, die all jene vielfältigen Lernorte wie z.B. Museen, zoologische Gärten, Schülerlabore oder Science Center umfassen, in denen zwar unzweifelhaft gelernt wird, die jedoch in der Beschreibung der Gesamtheit des Bildungssystems häufig nicht explizit berücksichtigt werden |
| Bindung | Affektives Band zwischen zwei Personen, eine stabile Neigung, Nähe zu suchen. Ihr Ursprung wird phylogenetisch durch die biologische Schutzfunktion erklärt (Gefahren und Möglichkeiten zum Lernen), ontogenetisch liegt ihre Funktion in der emotionalen Regulation |
| Classroom Management | Herstellung von Rahmenbedingungen, die den Schülerinnen und Schülern ein konzentriertes Arbeiten ermöglichen. Sie ist Grundlage für effektives Unterrichten |
| Codalität | siehe Modalität |
| Cognitive Apprenticeship | Unterrichtsmethode, bei der Schülerinnen und Schüler während des Lernprozesses eine ähnliche Position haben wie Lehrlinge in der traditionellen Handwerkslehre. Sie befassen sich also mit authentischen Problemstellungen, die eine steigende Komplexität und Diversität aufweisen, und werden in ihrem Problemlöseprozess von der Lehrkraft angeleitet |
| Cognitive-Load-Theorie | Konkretisierung der Rolle von Arbeitsgedächtnisprozessen beim Wissenserwerb, wonach die Ressourcen des Arbeitsgedächtnisses begrenzt sind und diese durch unterschiedliche Aspekte im Lernmaterial und durch den Lernprozess belastet bzw. überlastet werden können. Die Theorie erlaubt Erklärungen und Vorhersagen, inwiefern Lernprozesse zu einer erfolgreichen Wissensrepräsentation führen können |
| Compliance | Konformitätsprozess, der sich zeigt, wenn ein Individuum eine Meinung äußert, die nicht seiner eigenen, aber der öffentlich geäußerten Meinung entspricht |
| Computervermittelte Kommunikation | Kommunikation, die ausschließlich durch digitale Übertragung von Text, Ton und Bild zustande kommt |
| Conduct Disorder | Psychische Störung des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter, die im Gegensatz zur Oppositional Defiant Disorder kriminelles Verhalten wie Zerstörung von Eigentum, Diebstahl und Betrug sowie Aggression gegenüber Menschen und Tieren einschließt |
| Deduktives Denken | Logischer Schluss wird auf Grundlage gegebener Voraussetzungen (Prämissen) gezogen |
| Deklaratives (explizites) Gedächtnis/Wissen | Gedächtnis-/Wissensrepräsentationen, auf die explizit, d. h. bewusst und intentional, unter Kontrolle des Individuums zugegriffen wird: Umfasst semantisches Wissen (begriffliches Wissen über Gegenstände und Relationen) und episodisches Wissen (autobiographische Erfahrungen) |
| Deliberate Practice | Gezielte selbstinitiierte Übungen, um konkrete Verbesserungen in einem bestimmten Leistungsbereich zu erzielen |
| Dendrit | Weitverzweigter Ausläufer von Fasern, die vom Zellkörper des Neurons ausgehen. Über die Dendriten werden die von anderen Zellen einlaufenden elektrischen Signale an den Zellkörper des Neurons weitergeleitet |
| Depression | Psychische Störung, die durch ausgeprägte und anhaltende Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit gekennzeichnet ist. Bei Kindern und Jugendlichen ist außerdem vor allem auf Gereiztheit sowie Bauch- und Kopfschmerzen zu achten |
| Depressive Episode | Form der Depression, gekennzeichnet durch das Auftreten mehrerer Kernsymptome über einen Zeitraum von zwei Wochen, z.B. starke Niedergeschlagenheit, die nicht durch eine konkret benennbare Belastung ausgelöst wurde. Häufig tritt ein Gefühl innerer Leere auf, oft mit einem Verlust des Interesses an Dingen, die vorher als attraktiv erlebt wurden |
| Direkte Instruktion | Unterrichtsmethode, bei der die Lehrperson im Zentrum des Geschehens steht und in hohem Maße bestimmt, was gelernt wird, in welche Phasen sich der Unterricht gliedert und welche Aktivitäten die Schülerinnen und Schüler dabei zeigen sollen |
| Diskriminierung | Verhalten, bei dem einer Person allein wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe negative Dinge angetan oder positive Dinge vorenthalten werden |
| Disposition | Personenmerkmal, das zumindest Wochen oder Monate überdauert und personinterne Voraussetzung für bestimmtes Verhalten ist, aber von diesem Verhalten selbst zu unterscheiden ist. Eine Disposition prägt ein bestimmtes Verhalten oder macht die Person dafür anfällig, sie stellt ein Verhaltenspotenzial dar (Beispiele: Intelligenz, Wissen, Aggressivität) |
| Domäne | Themenbereich, der Gegenstand einer inhaltlichen Spezialisierung ist |
| Durchführungsobjektivität | Teilkriterium der Objektivität, nach dem die Durchführung eines diagnostischen Verfahrens nicht zwischen verschiedenen Anwendungen des Verfahrens variieren sollte. Hierfür sollte das Verfahren standardisiert sein, d. h. die Durchführungsbedingungen (Materialien, Instruktionen, Reaktionen auf Fragen etc.) sollten konstant sein |
| Effektstärke | Statistisches Maß, das Aussagen über die Größe und damit die inhaltliche Bedeutsamkeit von Effekten (z.B. Unterschiede oder Zusammenhänge) erlaubt |
| Eigengruppenheterogenitätseffekt | Ergebnis sozialer Kategorisierung, bei der die höhere Unterschiedlichkeit von Mitgliedern der eigenen Gruppe in bedeutsamen Eigenschaften betont wird |
| Einspeichermodell | Annahme über den Aufbau des menschlichen Gedächtnisses, nach der nur eine Art von Gedächtnis vorhanden ist, das aber über verschiedene Speicher- und Verarbeitungsprozesse für kurz- und längerfristige Speicherung genutzt werden kann |
| Emotion | Reaktion auf die Bewertung eines äußerlichen oder innerlichen Reizereignisses mit Bedeutung für die zentralen Bedürfnisse und Ziele eines Menschen, die sich in einer Episode zeitlicher Synchronisation aller bedeutenden Subsysteme (Gefühl, Motivation, physiologische Regulation, motorischer Ausdruck, Kognition) manifestiert |
| Emotionale Eindrucksfähigkeit | Fähigkeit, sich in seinem emotionalen Erleben von den Ausdruckszeichen anderer Personen beeindrucken zu lassen |
| Empathie | Mitfühlen und Verstehen des emotionalen Zustandes einer anderen Person, wobei man sich klar darüber ist, dass die andere Person der primäre Träger der Emotion ist |
| Encodierung | Prozess, durch den Informationen (z.B. Sinnesreize) so transformiert werden, dass sie von einem System (z.B. dem menschlichen Gedächtnis) aufgenommen und verarbeitet werden können |
| Entdeckendes Lernen | Lernszenario, in dem die Lernenden Wissen über Gesetzmäßigkeiten erwerben sollen, indem sie selbst Experimente zu den Phänomenen, von denen diese Gesetzmäßigkeiten handeln, durchführen und daran die Gültigkeit von Vermutungen über diese Gesetzmäßigkeiten überprüfen |
| Entwicklung | Längerfristige Veränderungen oder Stabilitäten im Erleben und Verhalten, die während der individuellen Entwicklung (Ontogenese) – also über die Lebenszeit – in gesetzmäßiger Weise aufeinanderfolgen bzw. miteinander zusammenhängen |
| Entwicklungsnorm | Normativer Standard, der die Merkmalsausprägung eines Individuums (Entwicklungsstand) einschätzen und damit auch interindividuelle Unterschiede etwa zu Gleichaltrigen beschreiben lässt |
| Entwicklungstheorie | Geschlossene Sammlung an formulierten Aussagen über allgemeine Entwicklungsannahmen, die Phänomene beschreiben, erklären und vorhersagen |
| Erfolgserwartung | Subjektive Einschätzung von Personen darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit Erfolg bei der Bearbeitung einer Aufgabe eintritt |
| Erleben | Sammelbezeichnung für eine große Bandbreite nicht direkt beobachtbarer Zustände und Vorgänge innerhalb des psychischen Systems. Diese werden häufig unterteilt in Kognition, Motivation und Emotion |
| Erziehungsstil | Konstellation aus elterlichen Einstellungen, Verhaltensmustern und Ausdrucksformen gegenüber dem Kind, die das Klima der Eltern-Kind-Interaktion bestimmt |
| Evaluation der Programmeffizienz | Form der wissenschaftlichen Evaluation, bei der die Ökonomie einer Maßnahme bewertet wird (Kosten-Nutzen-Relation) |
| Evaluationsgegenstand (Evaluationsobjekt) | Untersuchungsgegenstand, auf den sich eine wissenschaftliche Evaluation bezieht, z.B. einzelne Interventionsmaßnahmen oder größer angelegte Programme, die auf bestimmte individuelle und kollektive Veränderungen abzielen |
| Exekutive Funktionen | Selbstregulatorische Prozesse, die bei der Verhaltenssteuerung notwendig sind, um auf ein Ziel zu fokussieren und die Zielerfüllung gegen konkurrierende Handlungsalternativen abzuschirmen. Sie sind kognitive Fähigkeiten, die beim zielgerichteten und reflexiven (selbstregulierten) Lernen, dem Problemlösen und der konzentrierten Aufgabenbearbeitung eingesetzt werden. Sie überwachen das Denken und Handeln, helfen bei der Fehleranalyse und -korrektur und ermöglichen eine flexible Anpassung an neue, komplexe Aufgabensituationen |
| Experiment | Forschungsdesign, das durch systematische Beeinflussung einer oder mehrerer unabhängiger Variablen in kontrolliert (mittels zufälliger Zuweisung) zusammengesetzten Untersuchungsgruppen die Auswirkungen auf eine oder mehrere abhängige Variablen unter maximaler Kontrolle weiterer Einflussfaktoren untersucht. Das ermöglicht den Nachweis kausaler Zusammenhänge |
| Expertise | Dauerhafte Leistungsexzellenz von Individuen innerhalb einer bestimmten Domäne |
| Expertise Reversal Effect | Effekt, bei dem Instruktionsansätze oder -maßnahmen, die bei Novizen zu positiven Effekten auf den Wissenserwerb führen, mit steigender Expertise an Effektivität verlieren und sich im Extremfall sogar hinderlich auf den Wissenserwerb auswirken |
| Explizites Lernen | Informationsverarbeitungsprozesse, die bewusst sind, unter Kontrolle des Individuums stehen und leicht sprachlich dargestellt werden können |
| Externe Evaluation | Bewertung durch unabhängige Expertinnen und Experten, die in keiner Beziehung zu der zu evaluierenden Einrichtung und Maßnahme stehen |
| Externe Validität | Generalisierbarkeit von Untersuchungsergebnissen über die besonderen Bedingungen der Untersuchungssituation und über die untersuchten Personen hinaus. Sie sinkt mit wachsender Unnatürlichkeit der Untersuchungsbedingungen bzw. mit abnehmender Repräsentativität der untersuchten Stichproben |
| Extrinsische Motivation | Motivation, die sich aus den antizipierten Konsequenzen einer Handlung speist |
| Face-to-Face-Kommunikation | Kommunikation, die nicht durch ein digitales Medium vermittelt wird, sondern unter persönlich Anwesenden direkt stattfindet |
| Fachliches Lernen | Erwerb spezifischer Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse, um Aufgaben und Probleme in einem Wissensgebiet schnell, sicher, flexibel und adaptiv lösen zu können |
| Fachsprache | Fachspezifische Sprach- und Kommunikationsmuster, deren Erlernen ein wesentlicher Teil des fachlichen Lernens darstellt, indem den Lernenden ein tieferer Blick in das Fach ermöglicht wird |
| Familie | Durch verwandtschaftliche, soziale und/oder juristisch definierte Beziehungen, welche sich sowohl durch Zusammengehörigkeit, Zusammenleben und Kooperation auszeichnen als auch auf intimer, emotionaler sowie auf Nähe und Liebe gründender Basis aufbauen. Sie besteht aus mindestens zwei Personen, die aufeinander bezogen sind und unterschiedlichen Generationen angehören |
| Fehlerkultur | Rahmenbedingungen, die Lernende im Rahmen offener Aufgaben, der Planung eigener Experimente und bei der Beantwortung offener Fragen zur Partizipation ermutigen. Entscheidend ist neben der Explizierung die Trennung von Lern- und Leistungssituationen, sodass die Schülerinnen und Schüler wissen, wann es gilt, Fehler zu vermeiden, und wann Fehler erlaubt sind und eine wichtige Lernressource bilden |
| Fehlkonzepte | Fehlerhafte („naive“) Vorstellungen von Individuen über die Welt, die oft bereits entstehen, bevor die entsprechenden Konzepte (in der Schule) behandelt werden. Fehlkonzepte können unterschiedlich gut korrigiert werden und zwar je nachdem, ob nur einzelne Überzeugungen oder mentale Modelle eines ganzen Inhaltsbereichs betroffen sind |
| Feinfühligkeit | Fähigkeit einer Bezugsperson, kindliche Signale wahrzunehmen und richtig zu interpretieren und prompt und angemessen darauf zu reagieren. Sie beinhaltet also Aufmerksamkeits- und Bewertungsprozesse wie auch konkretes Fürsorgeverhalten gegenüber dem Kind |
| Flipped Classroom | Flipped Classroom oder Inverted Classroom bezeichnet ein Unterrichts-Arrangement, das auf der Grundidee basiert, die traditionelle Verteilung von Lernaktivitäten im Präsenzunterricht und in der häuslichen Arbeit zu vertauschen: Phasen des Wissenserwerbs verlagern sich in die häusliche Vorbereitung, Phasen der Wiederholung und Vertiefung, des Übens und Anwendens von Wissen in den Unterricht. Die häusliche Wissensaneignung wird dabei typischerweise durch die Einbeziehung digitaler Medien, z.B. durch Erklärvideos oder Aktivitäten auf einer Lernplattform, unterstützt |
| Formative Evaluation | Form der wissenschaftlichen Evaluation, die die Implementation einer Maßnahme dazu, wie gut Zielsetzungen und Umsetzungen zusammenpassen, beschreibt und bewertet. Fortlaufende Rückmeldungen zur Programmoptimierung werden gegeben |
| Forschendes Lernen | Unterrichtsmethode, bei der als Ausgangspunkt für das Lernen ein wissenschaftliches Problem dient, das die Schülerinnen und Schüler lösen bzw. für das sie eine Erklärung erarbeiten sollen |
| Four-Components-/Instructional-Design-Ansatz (4C/ID-Ansatz) | Unterrichtsmethode, bei der die Lernenden beim Aufbau von komplexen Fertigkeiten unterstützt werden, die Lehrperson aber eher nicht im Zentrum steht |
| Fremdevaluation | Bewertung findet durch Dritte statt (d. h. durch Personen, die nicht direkt an einer Maßnahme beteiligt sind) |
| Fremdgruppenhomogenitätseffekt | Ergebnis sozialer Kategorisierung, bei der die Mitglieder einer Fremdgruppe insgesamt als sehr ähnlich in Bezug auf die unterstellten Merkmale angesehen werden |
| Gedächtnis | Aktives, dynamisches und veränderbares Informationsverarbeitungssystem, das Informationen aufnimmt (Encodierung), speichert (Speicherung) und abruft (Abruf). Man unterscheidet zwischen Einspeichermodellen und Mehrspeichermodellen |
| Gender | Gender fokussiert den sozialen Aspekt des Geschlechts, also geschlechtstypische Normen oder Verhaltensweisen, die in einem Kulturkreis den Geschlechtern zugeschrieben werden |
| Generatives Lernen | Eine Form des Lernens, bei dem die Lernenden die Bedeutung des Gelernten (re-)konstruieren und mit ihrem Vorwissen integrieren. Generatives Lernen kann durch didaktische Maßnahmen bzw. Lernstrategien angestoßen bzw. verbessert werden, mit denen die Auswahl, Organisation sowie Interpretation und Integration neuer Information in vorhandenes Wissen gelingt |
| Geschlecht | Geschlecht bezeichnet das angeborene biologische Geschlecht einer Person, welches die Ausprägungen „männlich“, „weiblich“ oder „intergeschlechtlich“ annehmen kann |
| Geschlechtliche Identität | bezeichnet die selbstwahrgenommene Zugehörigkeit zu einem von der Person selbst bestimmten Geschlecht; unterschieden wird häufig in cisgender und transgender |
| Gliazelle | Oberbegriff für Zellen im Nervengewebe, die sich von Neuronen unterscheiden. Zu ihren Aufgaben zählt die mechanische Stabilisierung der Neuronen durch die Bildung von Bindegewebe, die Beteiligung am Zellstoffwechsel und der Informationsweiterleitung, die Beeinflussung der Bildung von Synapsen sowie besonders die Bildung des Myelins (Myelinisierung) |
| Großhirn | Größter Teil des Gehirns, der aus der linken und rechten Hemisphäre besteht. Die beiden Gehirnhälften arbeiten nicht getrennt voneinander, sondern interagieren bei ihren vielfältigen Aufgaben. Der Informationsaustausch zwischen beiden Hemisphären erfolgt über einen gewaltigen Strang aus Nervenfasern, das Corpus callosum (Balken) |
| Großhirnrinde (Zerebraler Kortex) | Teil des Gehirns, der als äußerste Schicht des Großhirns die linke und rechte Hemisphäre umgibt. Er dient höheren psychischen Funktionen und spielt eine wesentliche Rolle bei allem, was menschliches Erleben und Verhalten so einzigartig macht, etwa der Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen, bei Willkürbewegungen, bei komplexem Denken und Planen, bei der Sprache, dem Gefühlserleben sowie bei Bewusstsein und Persönlichkeit |
| Group-Awareness-Tool | Software-Tool, das Informationen über Aspekte einer Gruppe oder der übrigen Gruppenmitglieder bereitstellt, die für kooperatives Lernen relevant sind |
| Gruppenbewusstsein | Informationen, die Gruppenmitglieder über Aspekte einer Gruppe oder der übrigen Gruppenmitglieder haben, z.B. deren Aufenthaltsort, Aktivitäten, Emotionen, Interessen oder Wissen |
| Gruppenpuzzle | Form kooperativen Lernens, die dem Zweck dient, Vorurteile abzubauen und den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler zu steigern, indem sie in kleine Gruppen eingeteilt werden, deren Mitglieder nur in Abhängigkeit voneinander den Lehrstoff umfassend lernen und erfolgreich sein können |
| Handlung | Bewusstes, zielgerichtetes Verhaltensmuster von beschränkter Dauer |
| Hemisphäre | Linke bzw. rechte Hirnhälfte, die nicht getrennt voneinander arbeiten, sondern bei ihren vielfältigen Aufgaben interagieren |
| Heterogenität | Bezeichnet die Vielfältigkeit der Schülerschaft in Bezug auf spezifische Heterogenitätsdimensionen. Diese können im weitesten Sinn zunächst alle Merkmale umfassen |
| Heteronormativität | Einstellung, nach der heterosexuelle Verhaltensweisen als implizite oder gar explizite soziale Norm angesehen werden, das biologische Geschlecht in eineindeutige Beziehung zur Geschlechtsidentität gesetzt und eine klare Einteilung in richtiges und falsches sexuelles Empfinden und Verhalten vorgenommen wird. Abweichungen davon können als problematisch, verurteilenswert oder krankhaft und behandlungsbedürftig bewertet werden |
| Heuristik | Verfahren, die als „Finderegeln“ oder „Faustregeln“ Problemlösungsmöglichkeiten aufzeigen, ohne Anspruch auf empirische Beweisbarkeit oder strenge theoretische Begründung. Sie dienen als Hilfsmittel zur Beobachtung und Hypothesenbildung |
| Hippocampus | Teil des limbischen Systems, der beim Erwerb deklarativer Gedächtnisinhalte eine wichtige Rolle spielt. Verantwortlich für die längerfristige Speicherung von Fakten und autobiografischen Ereignissen |
| Hirnstamm | Evolutionär ältester Teil des Gehirns, bestehend aus verschiedenen Strukturen, die die internen Prozesse des Körpers steuern |
| Hochbegabung | Weit überdurchschnittliche Ausprägung von Intelligenz. Als hochbegabt gilt üblicherweise, wessen Intelligenztestleistung mindestens zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert liegt (IQ ? 130). Die Entfaltung hängt von individuellen und Umweltfaktoren ab |
| Hypothalamus | Teil des limbischen Systems, das zahlreiche physiologische Prozesse motivierten Verhaltens steuert, z.B. Nahrungshaushalt, Temperaturregulation und sexuelle Erregung |
| Hypothese | Aussage darüber, ob und ggf. wie sich eine variierbare Größe unabhängig oder in Kombination mit anderen Größen auswirkt |
| Hypothese des erweiterten Kontaktes | Annahme, dass bereits das Wissen über freundschaftliche Beziehungen zwischen Mitgliedern der eigenen und einer Fremdgruppe Vorurteile abbauen kann |
| Hypothese des vorgestellten Kontaktes | Annahme, dass die mentale Vorstellung positiver sozialer Kontakte mit Fremdgruppenmitgliedern zu verbesserten Einstellungen und erhöhter Kontaktbereitschaft führen kann |
| Identität | Gesamtheit dessen, was die eigene Individualität ausmacht, sowie das Erleben von Gleichheit und Kontinuität der eigenen Person über die Zeit |
| Ideografisch | Bezieht sich auf den Einzelfall bzw. das einzelne Individuum |
| Impact-Evaluation | Form der wissenschaftlichen Evaluation, bei der die nachhaltigen Wirkungen von Maßnahmen bewertet werden, die über deren direkte Ziele hinausgehen |
| Implizites Lernen | Informationsverarbeitungsprozesse, die unbewusst ablaufen und schwer sprachlich darstellbar sind, z.B. Priming, prozedurales Wissen, klassische und operante Konditionierung |
| Induktives Denken | Schluss vom Konkreten auf das Allgemeine |
| Informelles Lernen | Lebenslanger Prozess, bei dem durch tägliche Erfahrungen und Lernanregungen im persönlichen Umfeld Wissen, Fähigkeiten und Haltungen erworben werden |
| Inhaltsvalidität | Teilkriterium der Validität, das prüft, ob die Items eines Tests das zu erfassende Konstrukt inhaltlich angemessen repräsentieren |
| Inneres Arbeitsmodell von Bindung | Vorstellungen und Erwartungen des Kindes über Bindung, Bindungsstrategien, Verfügbarkeit und Verhalten der Bezugsperson sowie über sich selbst (Selbstwert, Kompetenzeinschätzung) |
| Instruktionsdesign | Ansatz bzw. Teildisziplin der Pädagogischen Psychologie, die durch systematische Nutzung wissenschaftlicher Evidenz und technologischer Regeln lernwirksame Lernumgebungen entwickelt |
| Intelligenz | Allgemeine Fähigkeit oder bereichsspezifische Fähigkeiten, die es einer Person ermöglichen, komplexe Aufgaben zu durchdenken und Probleme zu lösen – insbesondere in neuartigen Situationen ohne automatisierte Routinen |
| Intelligenzquotient (IQ) | Messergebnis eines Intelligenztests, das angibt, wie stark die intellektuelle Leistungsfähigkeit einer Person vom Durchschnitt der Vergleichsgruppe bzw. Altersstufe abweicht |
| Interaktivität | Bezieht sich auf die Fähigkeit eines technischen Systems, auf Nutzereingaben zu reagieren. Im Kontext des ICAP-Modells auch auf soziale Interaktion zwischen Lernenden bezogen |
| Interesse | Relativ stabile Präferenz, Einstellung oder Orientierung in Bezug auf bestimmte Themenfelder, Lerngegenstände oder Tätigkeitsformen. Geprägt durch positive emotionale Zustände während der Beschäftigung damit |
| Interferenz | Überlagerung verschiedener Gedächtnisspuren, die zu Vergessen führen. Zerfall von Information tritt demnach durch das Lernen zusätzlicher Informationen auf |
| Interindividuelle Unterschiede | Unterschiede zwischen Individuen (z.B. im Erleben und Verhalten) |
| Interkulturelle Kompetenz | Fähigkeit, kulturelle Bedingungen und Einflussfaktoren im Wahrnehmen, Urteilen, Empfinden und Handeln bei sich selbst und bei anderen Personen zu erfassen, zu respektieren, zu würdigen und produktiv zu nutzen im Sinne einer wechselseitigen Anpassung |
| Interkulturelle Öffnung | Bewusst gestalteter Prozess, der (selbst-)reflexive Lern- und Veränderungsprozesse von und zwischen unterschiedlichen Menschen, Lebensweisen und Organisationsformen ermöglicht, wodurch Zugangsbarrien und Abgrenzungsmechanismen in den zu öffnenden Organisationen abgebaut werden und Anerkennung möglich wird |
| Interkulturelles Lernen | Psychische Veränderungen aufgrund von Erfahrungen kultureller Differenz, die sich auf eine veränderte Wahrnehmung von und einen veränderten Umgang mit kultureller Differenz beziehen |
| Interne Evaluation | Selbstevaluation oder Fremdevaluation, bei der die Evaluierenden aus der gleichen Einrichtung kommen, jedoch nicht direkt an der zu evaluierenden Maßnahme beteiligt sind |
| Interne Validität | Eindeutigkeit, mit der die kausale Wirkung einer unabhängigen Variable auf eine abhängige Variable belegt werden kann. Je weniger Alternativerklärungen für ein Untersuchungsergebnis denkbar sind, desto intern valider ist eine Untersuchung |
| Interpretationsobjektivität | Teilkriterium der Objektivität, nach dem jede auswertende Person die Ergebnisse eines diagnostischen Verfahrens gleich interpretieren bzw. zu gleichen Schlussfolgerungen gelangen sollte. Hierfür können Normtabellen mit den Ergebnissen einer Vergleichsstichprobe genutzt werden, die die Interpretation von Resultaten einzelner Personen erleichtern |
| Intraindividuelle Diagnostik | Diagnostische Strategie, bei der früheres Verhalten der betreffenden Person als Referenz zur Einordnung einer Merkmalsausprägung dient. Zentral ist also eine individuelle Bezugsnorm, z.B. der Wissenszuwachs einzelner Schülerinnen und Schüler im Anschluss an eine Unterrichtseinheit |
| Intraindividuelle Unterschiede | Unterschiede innerhalb von Individuen zwischen unterschiedlichen Zeitpunkten oder Situationen |
| Intrinsische Motivation | Motivation, die auf der Antizipation einer als befriedigend oder positiv erlebten Ausführung einer Handlung beruht |
| Intuitive Theorie | In Theorien organisiertes frühes (angeborenes) Wissen in wichtigen Domänen des Weltwissens |
| Isolierte Rechtschreibstörung | Bedeutsame Beeinträchtigung der Entwicklung von Rechtschreibfertigkeiten ohne vorherige Lesestörung, die die Fähigkeiten betrifft, mündlich zu buchstabieren und Wörter korrekt zu schreiben |
| Klassenführung | Bezeichnet die Gesamtheit der Maßnahmen, die Lehrpersonen ergreifen, um einen störungsfreien Unterricht zu ermöglichen und die Lernzeit der Schülerinnen und Schüler zu maximieren. Sie umfasst Regeln, Routinen, Reaktionen auf Störungen und die Gestaltung eines positiven Lernklimas |
| Kognition | Gesamtheit der Prozesse, durch die ein Individuum Informationen aufnimmt, verarbeitet, speichert und wieder abruft. Dazu gehören Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Denken, Problemlösen und Sprache |
| Kognitive Entwicklung | Veränderungen in den Denkprozessen und intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen im Verlauf seiner Lebensspanne |
| Kognitive Lernstrategien | Strategien, die direkt auf die Verarbeitung von Lerninhalten abzielen, z.B. Wiederholen, Organisieren, Elaborieren |
| Kognitive Ressourcen | Begrenzte Kapazitäten des Arbeitsgedächtnisses, die für die Verarbeitung von Informationen zur Verfügung stehen |
| Kognitive Struktur | Organisation von Wissen im Gedächtnis, z.B. in Form von Schemata oder Netzwerken |
| Kohärenz | Bezeichnet die logische und semantische Zusammenhanghaftigkeit von Texten oder Aussagen. Kohärenz entsteht durch sprachliche Mittel, Vorwissen und mentale Modelle |
| Kommunikation | Austausch von Informationen zwischen Personen oder Systemen durch Sprache, Gestik, Mimik oder technische Medien |
| Komorbidität | Gleichzeitiges Auftreten von zwei oder mehr psychischen oder physischen Störungen bei einer Person |
| Kompetenz | Verfügbarkeit von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die Bereitschaft, diese in konkreten Situationen verantwortungsvoll und erfolgreich anzuwenden |
| Kompetenzmodell | Modellhafte Darstellung von Kompetenzen und deren Struktur, z.B. in Form von Kompetenzstufen oder Kompetenzbereichen |
| Kompetenzorientierung | Ausrichtung von Bildungsprozessen auf den Erwerb und die Anwendung von Kompetenzen statt auf reine Wissensvermittlung |
| Konstruktive Unterstützung | Unterstützungsform im Unterricht, bei der Lehrpersonen durch gezielte Hinweise, Rückmeldungen und Hilfestellungen das Lernen der Schülerinnen und Schüler fördern |
| Konstruktivismus | Theoretischer Ansatz, der davon ausgeht, dass Wissen aktiv vom Lernenden konstruiert wird und nicht passiv aufgenommen werden kann |
| Kontextualisierung | Einbettung von Lerninhalten in sinnvolle, lebensnahe oder problemorientierte Kontexte, um deren Bedeutung und Anwendung zu verdeutlichen |
| Kontrollüberzeugung | Subjektive Annahme darüber, ob man selbst Einfluss auf Ereignisse und Ergebnisse nehmen kann (internale Kontrollüberzeugung) oder ob diese von äußeren Faktoren bestimmt werden (externale Kontrollüberzeugung) |
| Konvergenz | Annäherung von Denkprozessen oder Lösungen an eine einzige, richtige Antwort; Gegenteil von Divergenz |
| Kooperation | Zusammenarbeit zwischen Personen oder Gruppen mit dem Ziel, gemeinsame Aufgaben zu bewältigen oder Ziele zu erreichen |
| Kooperatives Lernen | Unterrichtsform, bei der Schülerinnen und Schüler gemeinsam in Gruppen arbeiten, um Lernziele zu erreichen. Dabei sind positive Interdependenz, individuelle Verantwortlichkeit und Gruppeninteraktion zentrale Merkmale |
| Körperliche Misshandlung | Form der Kindeswohlgefährdung, bei der einem Kind durch körperliche Gewalt Schaden zugefügt wird |
| Kritisches Denken | Reflektiertes, analytisches und bewertendes Denken, das sich durch die Fähigkeit auszeichnet, Informationen zu hinterfragen, Argumente zu prüfen und fundierte Urteile zu fällen |
| Kultur | Komplexes System von Bedeutungen, Symbolen, Normen, Werten und Praktiken, das das Zusammenleben und die Kommunikation innerhalb einer sozialen Gruppe prägt |
| Kulturelle Differenz | Unterschiede in Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Verhalten, die durch Zugehörigkeit zu unterschiedlichen kulturellen Kontexten entstehen |
| Kulturelle Identität | Teil der persönlichen Identität, der sich aus der Zugehörigkeit zu einer oder mehreren kulturellen Gruppen ergibt |
| Kulturelle Orientierungssysteme | Erlernte und geteilte Muster von Wahrnehmung, Bewertung und Verhalten, die innerhalb einer Kultur als typisch gelten |
| Kumulative Lernprozesse | Lernprozesse, bei denen neues Wissen auf bereits bestehendem Wissen aufbaut und dieses erweitert oder vertieft |
| Kurzzeitgedächtnis | Begriff aus älteren Gedächtnismodellen, der die begrenzte Speicherkapazität für Informationen beschreibt, die nur für kurze Zeit verfügbar sind |
| Längsschnittstudie | Untersuchungsdesign, bei dem dieselben Personen über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt untersucht werden, um Entwicklungsverläufe oder Veränderungen zu erfassen |
| Lateralisation | Spezialisierung der Gehirnhälften auf bestimmte Funktionen, z.B. Sprache in der linken Hemisphäre und räumliches Denken in der rechten |
| Lehr-Lern-Forschung | Wissenschaftliche Untersuchung von Lehr- und Lernprozessen, deren Bedingungen und Wirkungen |
| Lehr-Lern-Prozess | Wechselseitiger Prozess zwischen Lehrenden und Lernenden, bei dem Wissen und Kompetenzen vermittelt und aufgebaut werden |
| Lehrperson | Person, die Lernprozesse professionell begleitet, gestaltet und unterstützt |
| Lehrstrategie | Planvolle Vorgehensweise der Lehrperson zur Gestaltung von Unterricht und zur Förderung von Lernprozessen |
| Lehrziel | Absicht der Lehrperson, was Lernende am Ende einer Unterrichtseinheit wissen oder können sollen |
| Leistungsbewertung | Beurteilung der erbrachten Leistungen von Lernenden anhand festgelegter Kriterien |
| Leistungsdiagnostik | Diagnostik, die sich auf die Erfassung von Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Wissen bezieht, z.B. durch Tests oder Beobachtungen |
| Leistungsfähigkeit | Individuelle Möglichkeit, Aufgaben erfolgreich zu bearbeiten, abhängig von Fähigkeiten, Motivation und situativen Bedingungen |
| Leistungsorientierung | Motivationale Tendenz, sich an Leistungskriterien zu orientieren und Erfolg durch eigene Anstrengung zu erreichen |
| Leistungsrückmeldung | Information an Lernende über den Stand ihrer Leistung, z.B. durch Noten, Kommentare oder Gespräche |
| Leistungsstand | Grad der Beherrschung von Fähigkeiten oder Kenntnissen in einem bestimmten Bereich |
| Leistungsstörung | Störung, die sich in einer deutlich unter dem Altersdurchschnitt liegenden Leistung in einem bestimmten Bereich zeigt, z.B. Lesen, Schreiben oder Rechnen |
| Leistungsunterschiede | Abweichungen in der Leistung zwischen verschiedenen Personen oder Gruppen |
| Leistungsvermögen | Individuelle Fähigkeit, Aufgaben erfolgreich zu bewältigen |
| Lernen | Dauerhafte Veränderung im Verhalten oder Erleben aufgrund von Erfahrung oder Übung, die nicht durch Reifung oder kurzfristige Zustände erklärt werden kann |
| Lernförderliche Fehlerkultur | Kultur im Unterricht, die Fehler als Lerngelegenheiten begreift und Schülerinnen und Schüler ermutigt, aus Fehlern zu lernen |
| Lernmotivation | Motivation, die sich auf das Lernen bezieht und beeinflusst, ob, wie intensiv und wie lange sich Lernende mit Lerninhalten beschäftigen |
| Lernprozess | Abfolge von kognitiven, emotionalen und motivationalen Vorgängen, die beim Erwerb von Wissen und Fähigkeiten ablaufen |
| Lernstrategien | Planvolle Vorgehensweisen, die Lernende einsetzen, um Lernprozesse zu steuern und zu optimieren |
| Lernumgebung | Gesamtheit der räumlichen, sozialen und didaktischen Bedingungen, unter denen Lernen stattfindet |
| Lernziel | Angestrebtes Ergebnis eines Lernprozesses, das beschreibt, was Lernende am Ende wissen oder können sollen |
| Lesekompetenz | Fähigkeit, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, Wissen zu erweitern und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen |
| Lesestörung | Störung der Lesefähigkeit, die sich in einer deutlich unter dem Altersdurchschnitt liegenden Lesegeschwindigkeit und/oder Lesegenauigkeit zeigt |
| Limbisches System | Gehirnstruktur, die an der Verarbeitung und Bewertung emotionaler Reize beteiligt ist und eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Steuerung von Emotionen spielt |
| Literale Praktiken | Handlungen, die mit Lesen und Schreiben verbunden sind und in sozialen Kontexten stattfinden, z.B. das Verfassen von Einkaufslisten oder das Lesen von Nachrichten |
| Literale Sozialisation | Prozess, durch den Individuen durch soziale Interaktionen und kulturelle Praktiken den Umgang mit Schrift und Sprache erlernen |
| LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) | Störung beim Erwerb der Schriftsprache, die sich in erheblichen Schwierigkeiten beim Lesen und/oder Schreiben äußert |
| Lückentext | Aufgabentyp, bei dem Wörter oder Satzteile in einem Text fehlen und von den Lernenden ergänzt werden müssen |
| Lustprinzip | Psychoanalytisches Konzept, nach dem Verhalten durch das Streben nach unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung und Vermeidung von Unlust gesteuert wird |
| Mediensozialisation | Prozess, durch den Individuen durch Medienangebote und -nutzung in ihrer Entwicklung, ihrem Wissen und ihren Einstellungen beeinflusst werden |
| Mehrspeichermodell | Modell des Gedächtnisses, das zwischen sensorischem, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis unterscheidet und deren Funktionen beschreibt |
| Mentale Modelle | Strukturen im Gedächtnis, die komplexe Zusammenhänge abbilden und das Denken, Verstehen und Problemlösen steuern |
| Metakognition | Wissen über die eigenen kognitiven Prozesse sowie deren Überwachung und Steuerung |
| Metaphorisches Verstehen | Verstehen von sprachlichen Ausdrücken, die nicht wörtlich gemeint sind, sondern auf Ähnlichkeiten oder symbolische Bedeutungen verweisen |
| Migrationshintergrund | Begriff zur Beschreibung von Personen, die selbst oder deren Eltern aus einem anderen Land zugewandert sind |
| Modalität | Art und Weise, wie Informationen präsentiert oder verarbeitet werden, z.B. visuell, auditiv oder kinästhetisch |
| Modelllernen | Lernen durch Beobachtung und Nachahmung eines Modells, das ein bestimmtes Verhalten zeigt |
| Motivation | Innerer Zustand, der Verhalten antreibt, aufrechterhält und steuert. Sie kann durch Bedürfnisse, Ziele oder Anreize beeinflusst werden |
| Multimodalität | Verwendung mehrerer Modalitäten zur Informationsvermittlung, z.B. Text, Bild und Ton |
| Multitasking | Gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Aufgaben oder Reize, wobei die kognitiven Ressourcen aufgeteilt werden müssen |
| Myelinisierung | Prozess der Ummantelung von Nervenfasern mit Myelin, der die Geschwindigkeit der Informationsweiterleitung erhöht |
| Narratives Lernen | Lernen durch Geschichten, Erzählungen oder Fallbeispiele, die Wissen in sinnhaften Zusammenhängen vermitteln |
| Naturwissenschaftliche Grundbildung | Verständnis grundlegender naturwissenschaftlicher Konzepte und Denkweisen, das für die Orientierung in der modernen Welt notwendig ist |
| Neurotransmitter | Chemische Botenstoffe, die an Synapsen zwischen Nervenzellen Informationen übertragen |
| Nicht-intendiertes Lernen | Lernen, das ohne bewusste Lernabsicht erfolgt, z.B. durch beiläufige Erfahrungen oder Beobachtungen |
| Normorientierung | Ausrichtung des Denkens und Handelns an sozialen, sachlichen oder individuellen Bezugsnormen |
| Notengebung | Prozess der Bewertung von Schülerleistungen durch Ziffernnoten, der pädagogischen, rechtlichen und sozialen Kriterien unterliegt |
| Numerische Kompetenz | Fähigkeit, mit Zahlen und Mengen umzugehen, z.B. beim Rechnen, Schätzen oder Vergleichen |
| Objektivität | Gütemerkmal diagnostischer Verfahren, das angibt, inwieweit Ergebnisse unabhängig von der durchführenden, auswertenden oder interpretierenden Person sind |
| Oppositional Defiant Disorder | Störung des Sozialverhaltens im Kindesalter, gekennzeichnet durch oppositionelles, trotziges und provokatives Verhalten ohne schwerwiegende kriminelle Handlungen |
| Organisationsentwicklung | Geplanter, systematischer und langfristig angelegter Veränderungsprozess von Organisationen, der auf eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Lernfähigkeit abzielt |
| Organisationskultur | Gemeinsame Werte, Normen und Einstellungen, die das Verhalten und die Kommunikation in einer Organisation prägen |
| Organisationslernen | Prozess, durch den Organisationen Wissen erwerben, weitergeben und in ihr Handeln integrieren, um sich an veränderte Bedingungen anzupassen |
| Outputorientierung | Ausrichtung von Bildungsprozessen auf die Ergebnisse des Lernens, z.B. Kompetenzen oder Lernergebnisse, statt auf Inputfaktoren wie Lehrmethoden oder Unterrichtszeit |
| Overconfidence-Effekt | Kognitive Verzerrung, bei der Personen ihre eigenen Fähigkeiten oder ihr Wissen systematisch überschätzen |
| Pädagogische Diagnostik | Diagnostische Verfahren und Prozesse, die zur Unterstützung von Bildungsentscheidungen eingesetzt werden, z.B. zur Feststellung von Lernständen oder Förderbedarfen |
| Pädagogische Psychologie | Teildisziplin der Psychologie, die sich mit den psychologischen Grundlagen von Bildung und Erziehung beschäftigt |
| Peer-Learning | Lernform, bei der Lernende voneinander lernen, z.B. durch gegenseitige Unterstützung, Feedback oder gemeinsame Problemlösung |
| Performanz | Beobachtbares Verhalten oder gezeigte Leistung, z.B. bei Tests oder Aufgaben |
| Personalisierung | Anpassung von Lernprozessen, Materialien oder Lernumgebungen an individuelle Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten der Lernenden |
| Persönlichkeit | Relativ stabile Muster von Gedanken, Gefühlen und Verhalten, die eine Person kennzeichnen und von anderen unterscheiden |
| Phonologische Bewusstheit | Fähigkeit, die lautliche Struktur von Sprache zu erkennen und zu manipulieren, z.B. Reime, Silben oder einzelne Laute |
| Phonologische Schleife | Teil des Arbeitsgedächtnisses, der sprachliche Informationen kurzfristig speichert und verarbeitet |
| PISA | Internationale Schulleistungsstudie der OECD, die die Kompetenzen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften vergleicht |
| Planungskompetenz | Fähigkeit, Handlungen im Voraus zu strukturieren, Ziele zu setzen und geeignete Strategien zur Zielerreichung zu wählen |
| Pluralisierung von Lebensformen | Vielfalt und Veränderung familiärer und gesellschaftlicher Lebensformen, z.B. Patchworkfamilien, Alleinerziehende oder gleichgeschlechtliche Partnerschaften |
| Polarisierung der Lebenswelten | Auseinanderentwicklung von Lebensbedingungen und Bildungschancen verschiedener sozialer Gruppen |
| Portfolio | Sammlung von Arbeiten, Dokumenten oder Reflexionen, die den Lernprozess und die Entwicklung einer Person dokumentieren |
| Positives Verstärken | Verhaltenspsychologisches Prinzip, bei dem ein Verhalten durch angenehme Konsequenzen häufiger gezeigt wird |
| Posttraumatische Belastungsstörung | Psychische Störung, die nach extrem belastenden Ereignissen auftreten kann und sich u.a. durch Wiedererleben, Vermeidung und erhöhte Erregung äußert |
| Prävention | Maßnahmen, die darauf abzielen, das Auftreten von Problemen oder Störungen zu verhindern oder deren Auswirkungen zu minimieren |
| Priming | Prozess, bei dem die Verarbeitung eines Reizes durch vorherige Erfahrungen oder Reize beeinflusst wird, ohne dass dies bewusst geschieht |
| Problemorientiertes Lernen | Lernform, bei der reale oder realitätsnahe Probleme als Ausgangspunkt für den Lernprozess dienen und die Lernenden selbstständig Lösungen erarbeiten |
| Prosoziales Verhalten | Verhalten, das freiwillig und ohne Erwartung äußerer Belohnung anderen hilft oder ihnen zugutekommt |
| Prozedurales Wissen | Wissen darüber, wie man etwas tut; zeigt sich im Verhalten und ist oft schwer sprachlich zu beschreiben |
| Psychische Störung | Erleben und Verhalten, das von der Norm abweicht, mit Leidensdruck verbunden ist und die Lebensführung beeinträchtigt |
| Psychomotorik | Zusammenspiel von psychischen und motorischen Prozessen, z.B. bei der Steuerung von Bewegungen durch emotionale Zustände |
| Qualitative Forschung | Forschungsmethode, die sich auf die Erhebung und Auswertung nicht-numerischer Daten konzentriert, z.B. Interviews oder Beobachtungen |
| Quantitative Forschung | Forschungsmethode, die numerische Daten erhebt und statistisch auswertet, z.B. durch Tests oder Fragebögen |
| Querschnittstudie | Untersuchungsdesign, bei dem verschiedene Personen zu einem einzigen Zeitpunkt untersucht werden, um Unterschiede zwischen Gruppen zu erfassen |
| Rechtschreibstörung | Störung beim Erwerb der Rechtschreibfertigkeiten, die sich in einer deutlich unterdurchschnittlichen Leistung beim Schreiben zeigt |
| Reflexion | Nachdenken über eigenes Erleben, Verhalten oder Lernen, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen und zukünftiges Handeln zu verbessern |
| Reifung | Biologisch bedingte, zeitlich geordnete Veränderungen im Organismus, die weitgehend unabhängig von Erfahrung oder Lernen verlaufen |
| Rekonstruktion | Prozess der Wiederherstellung oder Neugestaltung von Wissen, z.B. durch Interpretation oder Integration neuer Informationen in bestehende Wissensstrukturen |
| Reliabilität | Gütekriterium diagnostischer Verfahren, das angibt, wie zuverlässig und genau ein Verfahren misst |
| Ressourcenorientierung | Ausrichtung pädagogischer Maßnahmen auf die Stärken und Potenziale von Lernenden statt auf Defizite |
| Rollendifferenzierung | Unterscheidung und Zuweisung verschiedener sozialer Rollen innerhalb einer Gruppe oder Gesellschaft |
| Rollenerwartung | Erwartungen, die an das Verhalten einer Person in einer bestimmten sozialen Rolle gestellt werden |
| Rollenkonflikt | Spannung, die entsteht, wenn Erwartungen an verschiedene soziale Rollen einer Person miteinander unvereinbar sind |
| Rollenzuschreibung | Prozess, bei dem einer Person bestimmte soziale Rollen aufgrund äußerer Merkmale oder Gruppenzugehörigkeit zugewiesen werden |
| Rückmeldung | Information über den Lern- oder Leistungsstand, die Lernende erhalten, z.B. durch Lehrpersonen, Tests oder Mitschülerinnen und Mitschüler |
| Scham | Emotion, die entsteht, wenn eine Person glaubt, gegen soziale Normen verstoßen zu haben oder negativ bewertet zu werden |
| Schlüsselkompetenzen | Überfachliche Kompetenzen, die für erfolgreiches Lernen und Handeln in verschiedenen Lebensbereichen bedeutsam sind, z.B. Selbstständigkeit, Teamfähigkeit oder Problemlösekompetenz |
| Schulische Leistung | Ergebnis von Lernprozessen, das in der Schule durch Prüfungen, Tests oder Beobachtungen erfasst wird |
| Selbstbestimmungstheorie | Motivationstheorie, die davon ausgeht, dass Menschen drei grundlegende psychologische Bedürfnisse haben: Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit |
| Selbstkonzept | Wahrnehmung und Bewertung der eigenen Person in verschiedenen Bereichen, z.B. schulisch, sozial oder körperlich |
| Selbstregulation | Fähigkeit, Gedanken, Emotionen und Verhalten zielgerichtet zu steuern und zu kontrollieren |
| Selbstwirksamkeit | Überzeugung einer Person, aufgrund eigener Fähigkeiten erfolgreich handeln und Herausforderungen bewältigen zu können |
| Semantisches Gedächtnis | Teil des deklarativen Gedächtnisses, der begriffliches Wissen über die Welt speichert, z.B. Fakten, Bedeutungen und Zusammenhänge |
| Sensorisches Gedächtnis | Sehr kurzfristiger Speicher für Sinnesreize, der Informationen nur für wenige Millisekunden bis Sekunden hält |
| Situationsmodell | Mentale Repräsentation der in einem Text beschriebenen Situation, die über die reine sprachliche Oberfläche hinausgeht und z.B. räumliche, zeitliche und kausale Zusammenhänge umfasst |
| Soziale Bezugsnorm | Vergleich der Leistung einer Person mit der Leistung anderer Personen |
| Soziale Interaktion | Wechselseitige Beziehung zwischen Personen, bei der sie sich gegenseitig beeinflussen |
| Soziale Kognition | Verarbeitung sozialer Informationen, z.B. über andere Personen, soziale Gruppen oder soziale Situationen |
| Soziale Rolle | Erwartungen und Verhaltensmuster, die mit einer bestimmten sozialen Position verbunden sind |
| Soziale Unterstützung | Hilfe, die Menschen durch andere erhalten, z.B. emotionale Zuwendung, praktische Hilfe oder Informationen |
| Sozial-emotionale Kompetenz | Fähigkeit, eigene und fremde Emotionen wahrzunehmen, zu verstehen, zu regulieren und angemessen darauf zu reagieren |
| Soziales Lernen | Lernen durch Interaktion mit anderen, z.B. durch Beobachtung, Nachahmung oder Kommunikation |
| Sozialisation | Prozess, durch den Individuen Werte, Normen, Verhaltensweisen und Rollen einer Gesellschaft erlernen und übernehmen |
| Sprachentwicklung | Prozess, durch den Kinder Sprache erwerben und ihre sprachlichen Fähigkeiten ausbauen |
| Sprachförderung | Pädagogische Maßnahmen zur Unterstützung des Spracherwerbs, insbesondere bei Kindern mit sprachlichen Entwicklungsverzögerungen oder mehrsprachigem Hintergrund |
| Sprachkompetenz | Fähigkeit, Sprache situationsangemessen zu verstehen und zu verwenden, umfasst Wortschatz, Grammatik, Aussprache und pragmatische Fähigkeiten |
| Sprachverarbeitung | Kognitive Prozesse, die beim Hören, Verstehen, Sprechen und Schreiben von Sprache ablaufen |
| Standardisierte Tests | Tests, die unter gleichen Bedingungen durchgeführt und ausgewertet werden, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen |
| Stigmatisierung | Negative Bewertung und Ausgrenzung von Personen aufgrund bestimmter Merkmale oder Zugehörigkeiten |
| Strategisches Lernen | Lernen mit bewusstem Einsatz von Strategien zur Steuerung und Optimierung des Lernprozesses |
| Stress | Psychischer und physischer Zustand, der durch belastende Anforderungen entsteht und zu Anspannung, Überforderung oder Erschöpfung führen kann |
| Subjektive Theorien | Individuelle Vorstellungen und Erklärungen von Personen über bestimmte Sachverhalte oder Zusammenhänge |
| Subjektive Validität | Grad, in dem ein Test oder Verfahren von den Beteiligten als sinnvoll und relevant wahrgenommen wird |
| Synapse | Verbindungsstelle zwischen zwei Nervenzellen, an der Informationen durch chemische Botenstoffe übertragen werden |
| Systemische Beratung | Beratungskonzept, das Personen in ihrem sozialen Kontext betrachtet und Wechselwirkungen zwischen Individuum, Familie, Organisation und Gesellschaft berücksichtigt |
| Systemisches Denken | Denken in Zusammenhängen und Wechselwirkungen, das komplexe Systeme als Ganzes betrachtet und nicht nur einzelne Elemente isoliert |
| Teilhabegerechtigkeit | Gleichberechtigter Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe unabhängig von individuellen Voraussetzungen oder sozialen Hintergründen |
| Testfairness | Eigenschaft eines diagnostischen Verfahrens, bei dem keine systematischen Benachteiligungen bestimmter Gruppen auftreten |
| Testtheorie | Theoretische Grundlage für die Konstruktion, Durchführung und Auswertung von Tests, z.B. zur Messung von Fähigkeiten oder Eigenschaften |
| Transfer | Übertragung von Gelerntem auf neue Situationen oder Aufgaben |
| Transkulturelle Kompetenz | Fähigkeit, mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen respektvoll und effektiv zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten |
| Transkulturelles Lernen | Lernprozesse, die durch Begegnung und Austausch zwischen verschiedenen Kulturen entstehen und zur Erweiterung des eigenen Horizonts beitragen |
| Trauer | Emotionale Reaktion auf Verlust, die sich in unterschiedlichen Phasen und Ausdrucksformen zeigen kann |
| Traumatisierung | Psychische Reaktion auf extrem belastende Ereignisse, die zu anhaltenden Beeinträchtigungen im Erleben und Verhalten führen kann |
| Typen von Lernstrategien | Verschiedene Arten von Strategien, die Lernende einsetzen können, z.B. kognitive, metakognitive und ressourcenbezogene Strategien |
| Überfachliche Kompetenzen | Kompetenzen, die nicht an ein bestimmtes Fach gebunden sind, z.B. Teamfähigkeit, Problemlösekompetenz oder Selbstständigkeit |
| Überforderung | Zustand, in dem Anforderungen die verfügbaren Ressourcen oder Fähigkeiten übersteigen und zu Stress oder Leistungsabfall führen können |
| Überprüfung von Hypothesen | Prozess, bei dem durch empirische Daten oder Experimente geprüft wird, ob eine Hypothese zutrifft oder verworfen werden muss |
| Umweltfaktoren | Einflüsse aus der Umgebung, die die Entwicklung, das Lernen oder das Verhalten von Individuen beeinflussen können |
| Unbewusstes Lernen | Lernen, das ohne bewusste Steuerung oder Aufmerksamkeit erfolgt, z.B. durch Wiederholung oder Gewöhnung |
| Unterrichtsqualität | Grad, in dem Unterricht lernwirksam ist, z.B. durch klare Struktur, motivierende Atmosphäre und kognitive Aktivierung |
| Unterrichtsstrukturierung | Planung und Gestaltung von Unterrichtsabläufen, z.B. durch Phasen, Methoden oder Materialien |
| Validität | Gütekriterium diagnostischer Verfahren, das angibt, ob ein Verfahren tatsächlich das misst, was es zu messen vorgibt |
| Verarbeitungstiefe | Grad, in dem Informationen beim Lernen elaboriert und mit Vorwissen verknüpft werden; beeinflusst die Behaltensleistung |
| Verhaltensauffälligkeit | Abweichung vom sozial erwarteten Verhalten, die pädagogisch oder therapeutisch relevant sein kann |
| Verhaltensbeobachtung | Diagnostisches Verfahren, bei dem das Verhalten von Personen systematisch erfasst und ausgewertet wird |
| Verhaltenssteuerung | Prozesse, durch die Verhalten geplant, ausgeführt und kontrolliert wird, z.B. durch Ziele, Motivation oder Feedback |
| Verhaltensstörung | Störung, bei der das Verhalten deutlich von sozialen Normen abweicht und zu Problemen im sozialen Miteinander führt |
| Verhaltensveränderung | Prozess, bei dem sich Verhalten durch Lernen, Einsicht oder äußere Einflüsse verändert |
| Verhaltensweise | Beobachtbares Muster von Handlungen oder Reaktionen in bestimmten Situationen |
| Verinnerlichung | Übernahme von Normen, Werten oder Verhaltensweisen in das eigene Denken und Handeln |
| Verstärkung | Verhaltenspsychologisches Prinzip, bei dem die Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens durch positive oder negative Konsequenzen erhöht wird |
| Verstehensorientierung | Ausrichtung von Lernprozessen auf das tiefere Verständnis von Zusammenhängen statt auf oberflächliches Auswendiglernen |
| Vertraulichkeit | Grundsatz, dass persönliche Informationen nur mit Zustimmung weitergegeben und geschützt werden |
| Vorwissen | Kenntnisse und Erfahrungen, die Lernende bereits besitzen und die das Verstehen und Lernen neuer Inhalte beeinflussen |
| Wahrnehmung | Prozess, durch den sensorische Informationen aufgenommen, organisiert und interpretiert werden, um die Umwelt zu verstehen |
| Wahrnehmungsstörung | Störung in der Verarbeitung von Sinnesreizen, die zu einer verzerrten oder eingeschränkten Wahrnehmung führen kann |
| Werteorientierung | Ausrichtung des Denkens und Handelns an bestimmten ethischen, moralischen oder sozialen Werten |
| Wertschätzung | Anerkennung und positive Bewertung einer Person oder ihrer Leistungen |
| Wiederholung | Erneute Beschäftigung mit Lerninhalten zur Festigung und besseren Speicherung im Gedächtnis |
| Wirkungsevaluation | Form der wissenschaftlichen Evaluation, bei der überprüft wird, ob eine Maßnahme die angestrebten Wirkungen erzielt hat |
| Wissenschaftliches Arbeiten | Systematisches Vorgehen bei der Gewinnung, Verarbeitung und Darstellung von Erkenntnissen, z.B. durch Literaturrecherche, Datenerhebung und Analyse |
| Wissenschaftliches Denken | Denken, das sich durch systematisches Beobachten, Hypothesenbildung, Experimentieren und Schlussfolgern auszeichnet |
| Wissenschaftstheorie | Teilgebiet der Philosophie, das sich mit den Grundlagen, Methoden und Zielen wissenschaftlicher Erkenntnis beschäftigt |
| Wissensrepräsentation | Art und Weise, wie Wissen im Gedächtnis gespeichert und organisiert ist, z.B. in Form von Schemata, Skripts oder Netzwerken |
| Wissensstruktur | Organisation von Wissen im Langzeitgedächtnis, die das Verstehen, Erinnern und Problemlösen beeinflusst |
| Zielorientierung | Ausrichtung des Handelns auf bestimmte Ziele, z.B. Lernziele oder Leistungsziele |
| Zielsetzung | Formulierung von angestrebten Ergebnissen oder Zuständen, die durch eigenes Handeln erreicht werden sollen |
| Zielstruktur | Art und Weise, wie Ziele innerhalb einer Gruppe oder Organisation verteilt und miteinander verknüpft sind |
| Zielsystem | Gesamtheit der Ziele, die eine Person oder Organisation verfolgt, einschließlich ihrer Hierarchie und Beziehungen zueinander |
| Zieltheorie | Theorie, die beschreibt, wie Ziele das Verhalten beeinflussen und welche Bedingungen für eine erfolgreiche Zielverfolgung notwendig sind |
| Zielvereinbarung | Abstimmung von Zielen zwischen verschiedenen Beteiligten, z.B. zwischen Lehrperson und Lernenden |
| Zielverfolgung | Prozess, bei dem Handlungen geplant und ausgeführt werden, um gesetzte Ziele zu erreichen |
| Zielwirksamkeit | Grad, in dem gesetzte Ziele tatsächlich das Verhalten beeinflussen und zu gewünschten Ergebnissen führen |